Totale Selektivität (Diskriminierung) bedeutet, dass das vorgelagerte Gerät einen nachgelagerten Fehler ohne Auslösung des nachgelagerten Geräts räumt. Erfordert Irm_vorgelagert > 1,5 × Irm_nachgelagert.
Ik_down = c·U_n / (√3·Z_ges) nach IEC 60909, mit Z_ges = Z_Quelle + Z_Kabel. Bei 400V / 10kA mit 50m 10mm² Kupfer ist Ik an den Lastklemmen ca. 2–3 kA.
Backup-Schutz ist erforderlich, wenn das nachgelagerte Gerät ein geringeres Ausschaltvermögen (Icu) als den Kurzschlussstrom an seinem Installationsort (Ik_nachgelagert) hat. Das vorgelagerte Gerät muss dann eingreifen können.
IEC 60947-2 erfordert, dass die Energie des vorgelagerten Geräts (I²t_up) die des nachgelagerten (I²t_down) übersteigt. Dies stellt sicher, dass das vorgelagerte Gerät zuletzt auslöst.
Nach IEC 60364-5-54 §543 muss das Kabel die thermischen Auswirkungen des Kurzschlussstroms ohne Schaden überstehen. Das Kriterium ist I²t_Fehler ≤ k²·S² (k=143 für Cu/PVC, k=115 für Al/PVC).
400V, Ik=10 kA, vorgelagert 250A MCCB Typ C Icu=25kA, nachgelagert 63A MCB Typ C Icu=10kA, Cu 10mm² 50m. Ergebnis: Ik nachgelagert ≈ 2,07 kA, totale Selektivität, alle Prüfungen bestanden.